Wirkprinzipien an Membranpressen

Der Anpressdruck wird in einer Membranpresse durch hydraulische Zylinder erzeugt, die von oben oder von unten wirken können (siehe Aufbau Furnierpresse). Es existieren verschiedene Möglichkeiten, den Druck von Pressplatte auf die Membran bzw. das Beschichtungsmedium zu übertragen. Eine Ausnahme bildet das Prinzip "Nur Vakuum", es hat nicht unbedingt ein Hydraulik-System.

Nur Überdruck

Zwischen Pressplatte und Membran wird Überdruck erzeugt, der die Membran auf das Beschichtungsmaterial und dieses auf das Werkstück presst.

Nur Vakuum

Unterhalb des Beschichtungsmaterials wird ein Vakuum angelegt, der Raumdruck presst Beschichtungsmaterial und Membran an das Werkstück.

Vakuum und Überdruck

Beide Verfahren werden kombiniert, der maximal erreichbare Pressdruck wird erhöht.

Pressen mit Doppelmembran

Ober- und Unterseite der Presse sind mit einer Membran ausgestattet. Der Überdruck kann mit Luft oder mit einer Flüssigkeit (Liquid-System) erzeugt werden. So können beide Seiten des Werkstückes gleichzeitig beschichtet werden. Besonders geeignet für die Furnierverarbeitung.

Pressen ohne Membran

Bei Vakuum und/oder Überdruck ist es auch möglich, ohne Membran zu pressen. Die Folie ersetzt dann die Funktion der Membran. Bei Furnier kann dieses Verfahren aufgrund der Luftdurchlässigkeit nicht angewandt werden. Es ist z.B. für Hochglanzfolien geeignet, da deren empfindliche Oberfläche nicht in Kontakt mit einer Membran kommen sollte.

Beispiele

Liquid-System

Die Funktionsweise entspricht dem Überdruck, statt Luft wird der Druck auf die Membran mit einer Flüssigkeit erzeugt, zum Beispiel Öl. Im Vergleich zum (Luft-) Überdruck ist das Liquid-System aufwendiger (z.B. beim Wechsel der Membran), bietet aber folgende Vorteile:

  • hoher Pressdruck (bis zu 20 kg/cm²)
  • komplizierte Oberflächen pressbar
  • bessere Wärmeübertragung an das Beschichtungsmaterial

Beispiele

Bilder

Pressen mit Membran
WEMHÖNER, 2007
Pressen ohne Membran, schematisch
BÜRKLE, 2004
Pressen mit Doppelmembran, schematisc
FRIZ, 2006