Ratgeber Plattensäge | ... und außerdem?

... und außerdem?

Für die Bearbeitung von Platten mit überstehenden Deckschichten, wie z. B. Furnier oder Laminat müssen Furnier-Besäumanschläge an den Spannzangen installiert werden, welche bei Bedarf um ein definiertes Maß nach vorn geklappt oder nach vorn geschoben werden, um eine Beschädigung der überstehenden Deckschichten durch die Spannzangen zu vermeiden. Verarbeiter von Küchenarbeitsplatten und Plattenmaterial mit Soft- und Postformingkanten ordern häufig eine Säge mit einem Postforming-Vorritz-Aggregat. Im Gegensatz zu Standard-Vorritzaggregaten, die nur eine ca. 2 mm tiefe Nut in die Plattenunterseite schneiden und damit lediglich die Oberfläche zerspanen, steigt das Postforming-Vorritzaggregat im Kantenbereich des Werkstücks kurz auf und durchschneidet die Werkstückkante komplett. Dadurch ist gewährleistet, dass beim Hauptschnitt die Soft- und Postformingkanten durch das entgegengesetzt drehende Hauptsägeblatt nicht beschädigt werden.

Um mit einer Plattenaufteilsäge ähnlich flexibel wie mit einer Formatkreissäge arbeiten zu können, lassen sich die Hersteller einiges einfallen. So sind Konzepte für Winkelschnitte verfügbar und solche für Gehrungsschnitte. Letztere ermöglicht z. B. Homag, mit dem am Winkellineal installierten »Module 45«. Eine andere Lösung kommt von Panhans/Schelling mit der »S 45« mit Sägeblattschwenkung. Der Vollständigkeit halber sei genannt, dass es automatische Etikettierstationen an Plattensägen gibt, die die Etiketten bereits vor dem Zuschnitt auf der Rohplatte applizieren. Im handwerklichen Bereich sind nach wie vor Etikettendrucker neben dem Bedientableau üblich. Der Maschinenbediener bekommt entsprechend dem Zuschnittfortschritt das gedruckte Etikett zur Entnahme bereitgestellt.

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Bilder

Der manuelle Besäumanschlag wird bei über stehenden Deckschichten heruntergeklappt
»Module 45« erlaubt Gehrungsschnitte auf der Plattensäge
Heute Standard: Etikettendrucker an der Säge